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Glockenweihe am 01. Mai 1955

Ein weiterer Höhepunkt im Leben der Pfarrgemeinde nach dem Kriege war die Anschaffung neuer Glocken. Die Anschaffung erfolgte aus Einzelspenden und Sammlungen des sogenannten Josefs Vereins. Die Mitglieder dieses Vereins gingen monatlich von Haus zu Haus und baten um Spenden. Am 24. April 1955 war es soweit, die neuen Glocken, gegossen von der Firma Petit Gebrüder Edelbrock aus Gescher, waren für die Weihe feierlich aufgebaut.

Die Weihe der Glocken erfolgte am 1. Mai 1955

Quelle: Schmidt, Hubert Josef

Kirchweihe am 26. April 1952

Für ganz Kesternich war der 26. April 1952 ein Festtag, war doch der Wiederaufbau der völlig zerstörten Kirche ein Gemeinschaftswerk aller Kesternicher Bürger. Nur drei Jahre waren nötig, um das bis auf die Grundmauern zerstörte Gotteshaus, wieder aufzubauen. Pfarrer Denis lobte am Tage der feierlichen Einweihung die Kesternicher Bevölkerung, die nach ihrer, zu 92 % zerstörten Heimat durch Opferwillen, Hilfsbereitschaft und Selbstvertrauen trotz eigener Sorgen dieses Werk vollendet habe. Gegen 9 Uhr hielt Bischof Dr. van der Velden feierlichen Einzug in das Gotteshaus. Die Kesternicher waren immer stolz auf ihre Kirche, hatte sie doch den höchsten Turm von allen Kirchen im ganzen Monschauer Land. Der Turm reichte über 50 Meter hoch in den Himmel und wurde wegen seiner auffälligen Spitze auch der „ Zahnstocher des Monschauer Landes“ genannt.
Der Monschauer Literat Ludwig Mathar lobte das gelungene Werk der wiederaufgebauten Kirche von Kesternich: Ein echter Westturm (29 Meter hoch), ragt wohlgegliedert über dem Langhaus empor, einer der schönsten Kirchtürme des Kreises. Lichte Weite ist das neugewölbte, weißgetünchte Innere. Gute eichengeschnitzte Statuen des 19. Jahrhunderts verschönern den Chor. Zierliche Figuren der 14 Nothelfer, ebenfalls Arbeiten aus dem 19. Jahrhundert, wirken gut auf heller Wand.

Quelle: Schmidt, Hubert Josef

Dezember 1944 – Kesternich rückt in den Fokus der amerikanischen Planungen

Nach dem Scheitern der 28. US Infanterie Division beim Vorstoß auf Schmidt Anfang November 1944 rückten die immer noch von deutschen Kräften gehaltenen Rur- und Urft-Talsperren in den Mittelpunkt der weiteren amerikanischen Planungen.

Damm in Schwammenauel 14.12.1944

Damm in Schwammenauel 14.12.1944

Man war sich auf amerikanischer Seite sicher, dass die Deutschen die in den Talsperren aufgestauten Wassermassen taktisch richtig nutzen würden, was den geplanten Rur-Übergang zu einem heiklen Unternehmen werden lassen könnte. Also mussten die Talsperren zerstört oder erobert werden. Die Zerstörung sollte durch die 617. Bomberstaffel der britischen Royal Air Force erfolgen, die nach den erfolgreichen Angriffen auf die Eder-Möhne-Sorpe-Staudämme am 17. Mai 1943 einen sicheren Erfolg versprach. Das Ziel war, zunächst die Betonmauer der Urft-Talsperre zu brechen, damit sich die Wassermassen in den Rurstausee ergießen, den man sodann durch weitere Luftangriffe ebenfalls zerstören wollte.

Die Luftangriffe verliefen Anfang Dezember 1944 auch wegen des schlechten Wetters entmutigend. Die Talsperren konnten trotz des Abwurfs stärkster Bomben wie den „Tallboys“ nicht zerstört werden. Jetzt mussten die Bodentruppen ran und die Aufgabe lösen. In einer gleichzeitig durchzuführenden Operation sollten die 2. US Infanterie Division von Wahlerscheid aus die Urft-Talsperre erreichen und besetzen und die 78. US Infanterie Division durch den sogenannten „Monschau Corridor“ von Lammersdorf nach Rollesbroich vordringen, sodann Simmerath nehmen und Kesternich von Witzerath aus vorgehend rasch besetzen, um dann über Strauch und Schmidt zum Schwammenauel Staudamm zu gelangen.

Die 78. US Infanterie Division war erst kürzlich aus den USA auf den europäischen Kriegsschauplatz transportiert worden und lag im Raum Tongeren/Belgien in Reserve. Ab 7. Dezember 1944 verlegte man sie nach Roetgen/Lammersdorf, um am 13. Dezember 1944 loszuschlagen. Auf alliierter Seite ging man davon aus, dass bereits am ersten Tag des Angriffs Kesternich genommen sein werde und man zügig über Strauch und Schmidt zum Schwammenauel Staudamm kommen würde. Es sollte aber alles anders kommen als geplant. Weder wurde Kesternich gegen die deutsche 272. Volksgrenadier Division genommen noch in Richtung Rurstausee vorgedrungen. Der Rur-Staudamm lag noch unerreichbar weit vor den Amerikanern. Er sollte erst am 10. Februar 1945 genommen werden. Die Amerikaner konnten jedoch nicht verhindern, dass deutschen Pionieren die Sprengung des Schiebers am Grundablaßrohr gelang, der Rursee ausströmte und das Rurtal unter Wasser setzte. Der Rurübergang gelang den Alliierten deshalb erst ab 23. Februar bis Anfang März 1945.

Bei all diesen Planungen und Operationen spielte Kesternich wegen seiner Höhenlage vor dem Rursee eine wichtige Rolle.

Quelle: Kristan, Gerhard